Der Dom St. Veit gehört zum Pflichtprogramm, wenn man sich Prag anschaut. Sie ist die größte tschechische Kirche, wirkt aber im Vergleich zu anderen gotischen Kirchen etwas steril und „geleckt“. Man kann sie in Prag von fast überall sehen und hat von ihr aus eine prächtige Aussicht auf die Goldene Stadt. Man sollte sie am besten abends besichtigen, wenn sie in ebenso goldenes Licht getaucht ist.
Der Veitsdom wurde im Jahr 1344 anstelle und auf den Fundamenten älterer Kirchen begonnen. An ihm arbeiteten namhafte Baumeister wie Matthias von Arras (deshalb eine Ähnlichkeit zu französischen Kathedralen) und Peter Parler. Ab dem 15. Jahrhundert war der Baubetrieb eingestellt und wurde erst wieder im 19. Jahrhundert aufgenommen. Die ganze Westseite mit den Doppeltürmen und dem „Haupteingang“ stammen - wie beispielsweise auch der Kölner Dom - aus dieser Zeit, der Neogotik. Dieses verspätete Fertigstellen erklärt den künstlichen und sterilen Charakter der Kirche.
Die original mittelalterlichen Bauteile sind der Chor und die halbrunde Apsis im Osten und der große Südturm.