Als ich 2006 das erste Mal nach Madrid kam, wollte ich unbedingt zuerst zur Gran Via – diese große Straße mit all den Kinos und Theatern, über die ich seit ich klein war so viel gelesen und gehört hatte. Jetzt sind nur noch wenige Kinos dort (ich glaube lediglich drei: Palacio de la Prensa, Palacio de la Música und das Capitol). Ich liebe Filmkunst und Kino (ich studiere Film- und Fernsehwissenschaften), sodass Kinosääle für mich eine Art geheiligte Hallen sind, abgesehen von der Multiplexkino- und Popkornkultur. Diese rechtfertigen sie mit Umsatzeinbußen auf Grund der Piraterie, aber in Wirklichkeit ist das nur vorgeschoben und hilft ihnen, mehr zu verdienen. Entschuldigen Sie den Einschub; worauf ich eigentlich hinaus wollte: das Capitol ist ein Dinosaurier, ein Monster aus einer anderen Zeit, dass einen Besuch lohnt. Klar ist die Ton- und Bildqualität in den neuen Kinos besser, aber das Capitol erinnert einen daran, was Kino einst bedeutete. Es ist nicht das Kino der gelangweilten Jugend, die dorthin geht, um sich den neusten Hollywool Blockbuster anzusehen. Im September 2007 durfte ich mit Erlaubnis des Betreibers in den Vorführraum und fotografierte die Projektoren. Ich habe online bisher keine anderen Fotos davon gefunden, weshalb ich mit Stolz behaupte, dass sie sehr exklusiv sind. Abschließend bleibt mir zu sagen: Gehen Sie ins Kino!
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